Herzlich Willkommen


The horse knows. He knows if you know. He also knows if you don't know.

Ray Hunt


Immer wieder sind wir froh um Spendenbeiträge für konkrete Fälle. Dazu starten wir Aufrufe.

 

Die aktuellen Spendenaktionen finden sie hier.

 

Ein herzliches Dankeschön an alle Spender und sei der Betrag noch so klein, jeder Franken zählt.


Jahresrückblick 2019

Das Jahr 2019 war vergleichsweise zu anderen Jahren ein ruhiges Jahr. Den Start begannen wir noch zu viert im Vorstand. Im Vornherein war klar, dass das nicht für immer so bleiben muss. Immer wieder kam die Frage nach einem geeigneten Kandidaten auf, wir äusserten unsere Vorstellungen und irgendwann war klar, dass wir Deborah fragen möchten, ob wir sie in unseren Hühnerhaufen aufnehmen dürfen. Immer wieder hat sie uns ihre Hilfe angeboten und schliesslich war sie die Frau, die die Kompetenzen mitbringt, welche wir gesucht haben. Uns war auch wichtig, dass es jemanden ist, der menschlich ein soziales Verständnis mitbringt. Nur Pferde retten, um das geht es schon lange nicht mehr. Hinter jedem Pferd steht ein/e Besitzer/in, dessen Schicksal oft weit aus tragischer ist als das des Pferdes.

 

So haben wir uns bei ihr in Basel versammelt unter einem anderen Vorwand, nämlich einen Besuch bei Ashai, der zu der Zeit bei ihr in der Ausbildung weilte (und noch Ares hiess). Und so haben wir Deborah erklärt, wie das so abläuft und zu und her geht bei uns. Nach kurzer Bedenkzeit hat sie uns zugesagt. Leider konnte Deborah nicht an die HV kommen, wegen einer fiesen Magendarmgrippe. Aber sie wurde auch so von allen gewählt.

 

Jetzt Ende des Jahres darf ich danke sagen. Danke an Deborah, dass du dich so super integriert hast bei uns und uns enorm entlastet. Gerade die westliche Schweiz ist so wieder viel besser abgedeckt. Und ich sage euch, es ist bestimmt nicht einfach, sich in unserem Team einzufinden. Wir sind schon ziemlich eingeschworen und jeder weiss, wie der Hase läuft und vieles läuft automatisch. Dadurch sind wir uns sicherlich nicht immer bewusst, dass jemand Neues das gar nicht wissen kann. Deborah vermag sich aber zum Glück Gehör verschaffen und kommt so zu ihren Erklärungen und macht uns bewusst, dass wir wieder etwas Rücksicht nehmen. Wir hoffen sie ist nicht zu abgeschreckt von uns und zieht den Karren mit uns weiter.

 

In der Vermittlung hatten wir 53 Pferde und Ponies. Es waren keine grossen Tierschutz-Aktionen dabei, aber doch mehrmals Pferde, die nach schwierigen familiären Schicksalsschlägen neue Plätze brauchten und es hat uns gefreut, ist es mehr als einmal gelungen, Gruppen beieinander zu lassen. So konnten einmal 3 Shetty, einmal 3 Ponies zusammen umziehen und zweimal 2 Fribis. Ebenfalls einmal 2 Miniature Horses, die sich seit Jahren sehr gut verstanden haben. Es fiel den Besitzer/innen dann deutlich einfacher, die Tiere abzugeben - verständlich!

 

2019 ist ein Flohmi-Rekordjahr Es hat Zuwachs im Team gegeben. Doris hat sich bereit erklärt, uns zu helfen. Kurzerhand hat sie in ihrem Haus ein Zimmer in ein Flohmizimmer umgestaltet. Und wenn jemand organisiert ist, dann ist es Doris. Sie hat jede einzelne Schabracke, Bandage oder Trense gelistet, ettiketiert und die Ware akribisch eingeräumt. Wenn jemand etwas bestimmtes braucht, startet sie ihren Computer, schaut nach und kann genau sagen, ob sie das hat oder nicht. Doris verkauft die Sachen hauptsächlich in unserem Facebook-Flohmi. Fast jede Woche bekommt sie ein neues Paket, mit vielen tollen Sachen und verschickt Sachen europaweit, ja das ist kein Witz, bis an die tschechische Grenze durfte sie eine Trense verkaufen. Dem www sei Dank.

 

Im Team ergänzt sie sich super mit Barbara. Barbara ist unsere Frau für den direkten Verkauf. An vielen Flohmis war sie dieses Jahr schweizweit unterwegs mit unseren Flohmarktsachen, den Sachen vom Shop und ihrer Paracord-Seilwerkstatt und hat da gute Geschäfte erzielt. Sie führt Gespräche, erzählt nebenbei über unseren Verein und pflegt so die Mundzumund Propaganda. Gerade in der heutigen viral überlasteten Zeit ist dies sehr wichtig. Wenn Barbara ihren Anhänger belädt, den sie extra für den Flohmi angeschafft hat, und loszieht, ist dies immer mit viel Aufwand verbunden. Zu Hause muss der Anhänger geladen werden, am Flohmi ausgeladen und alles aufgestellt werden, anschliessend wieder das Ganze zurück. Es sind nicht nur die Stunden die sie am Stand steht, sondern noch viel Vor- und Nachbereitungszeit.

 

Vielen herzlichen Dank euch beiden, Ihr habt unseren Flohmi wiederbelebt und helft so mit, dass die Finanzen im Lot bleiben.

 

Dieses Jahr haben wir ganz nebenbei oder zwangsweise uns sehr viel über Pferdegesundheit und Krankheit beschäftigen müssen. Wir können sagen, es war ein medizinisches Jahr. Zuerst kamen anfangs Frühling Soraya und Cheyenne in unsere Pflege. Soraya hatte Hufrehe und konnte kaum mehr gehen. Hat ein Pony oder Pferd Hufrehe, so ist dies eine sehr intensive Sache. Man muss sich in erster Linie ganz viel Zeit nehmen für die Hufe. Kühlen, kühlen, kühlen war die Devise. Bei Soraya ergab dies nur mässigen Erfolg und zusammen mit Hufschmied und Tierarzt bekam sie dann entlastende Sohlen und Verbände. Aber dies haben wir ja schon ein paar Mal erzählt. Mein persönliches Resumée aus der Pflege von Soraya ist: Es gibt, wenn es soweit ist, dass ein Pony lieber liegt, als sich auf den Beinen zu halten, kein Richtig oder Falsch mehr. Es gibt nur noch eines und zwar ein Arbeiten Hand in Hand. Und da möchte ich mich nochmals bei meinem Hufschmied und meiner Tierärztin bedanken. Das war einfach nur toll. Alle haben wir unsere Ideen geäussert und zusammen besprochen, jeder durfte und konnte seine Erfahrungen einbringen, ohne dass es gewertet wurde. Der Hufschmied, der Spezialist für die Hufe, der das mind. 4 Jahre gelernt hat, der Tierarzt der die Vorgänge in einem Pferdeorganismus mehrere Jahre studiert und der Besitzer/Pfleger der die meiste Zeit bei dem Pferd/Pony verbringt und es genau beobachten kann,  und der dann die Massnahmen strikt umsetzen muss. Ich habe viel gelesen im WWW, in Foren und Facebookgruppen. Es gibt unzählige Ansätze und Behandlungsmethoden, es gibt Grundsatzdiskussionen z.B. ob ein Rehepferd einen Beschlag braucht oder es barhuf behandelt werden kann, ob mit Medikamenten oder auf natürlicher Basis geholfen werden kann, etc. Wie gesagt, es gibt kein Richtig oder Falsch, jeder kennt sein Pferd am besten und bei jedem Pferd kann etwas anderes zum Erfolg bringen. Aber in meinen Augen braucht es immer beides. Die Schulmedizin und die alternativen Methoden. Es ergänzt sich alles, so wie sich auch der Hufschmied, der Tierarzt und der Besitzer ergänzen sollten. Und in Sorayas Fall hat das ganz klar zum Erfolg geführt und sie darf heute wieder schmerzfrei herumtoben.

 

Dann kam Nico, der kleine hübsche Ponymann. Er wurde weder von uns vermittelt noch gerettet. Trotzdem haben wir ihm helfen dürfen. Nico kam aus nicht so guter Haltung zur jetzigen Besitzerin und war in einem nicht so guten Zustand. Ganz viel hat der kleine Mann die Besitzerin einfach mal so gekostet, bis überhaupt einmal klar war, was mit ihm los ist und dann kam der Hammer, er braucht nochmals eine Operation wegen den Zähnen. Dank unzähligen Spendern durften wir ihm helfen wieder gesund zu werden. Jeder noch so kleine Betrag hat mitgeholfen, dass Nico schnell operiert werden konnte und genesen ist. Er ist da wo er ist in besten Händen, wird gepflegt und umsorgt. Es ist alles gut abgeheilt und auch Nico kann endlich wieder schmerzfrei herumtoben. 

 

Als das durchgestanden war, kam die Meldung von Nestonia, dass sich ihre Gaumensegelverlagerung nach zwei Jahren ohne Beschwerden wieder verschlimmert hat. Die finanzielle Hilfe die damals beim Verkauf von Nestonia zugesprochen wurde, hat leider doch nicht so gegriffen wie erhofft. Der Besitzer, ein vom Arbeitsmarkt gebeutelter Mann, konnte es sich nicht leiste, die Operation zu bezahlen. Nestonia fühlt sich aber sehr wohl da wo sie ist in der Herde und bei dem Besitzer. Wir konnten nicht zulassen, dass sie wieder umziehen muss, weil ihr die medizinische Behandlung nicht gegeben werden konnte. So haben wir sie wieder übernommen. Und auch hier haben wir dank ganz vielen Menschen, die gespendet haben, die Operation mitfinanzieren können. Nestonia bleibt da wo sie ist. Sie gehört dem Verein und der Besitzer fungiert jetzt als Pflegeplatz. Nestonia hat sich wunderbar von der Operation erholt und freut sich jetzt, wieder ohne Beschwerden atmen und fressen zu können.

 

Viele sagen jetzt, ja wenn der sich kein Pferd vermag, dann soll er auch keines haben. Rational gesehen ja, das stimmt. Menschlich und emotional gesehen ist es wahrscheinlich genau dieses Pferd, das dem Mann hilft, sich immer wieder aufzurappeln und gegen den rauen Wind, der ihm entgegen bläst, Stand zu halten. Es ist nicht immer nur schwarz oder weiss in unserer Welt und Gesellschaft und wir erleben es oft, dass wir, indem wir dem Pferd helfen auch dem Menschen dahinter helfen. Wie bereits erwähnt, hinter jedem Pferd steht auch ein Mensch mit seiner ganz persönlichen Lebensgeschichte.

 

Nicht immer können und wollen wir diese Lebensgeschichten öffentlich machen. Wir sind hauptsächlich in den sozialen Medien unterwegs. Und dass es in diesen sozialen Medien meist alles andere als sozial zu und her geht wissen die meisten. Wir sehen es als unsere Pflicht, diese Menschen zu schützen und darum geht es immer in erster Linie um die Pferde.

 

Sozial und verständnisvoll sein, das fällt uns natürlich auch nicht immer leicht. Bei mancher Vermittlung denken wir uns auch unsere Sachen. Es ist nicht immer einfach mit all den vielen Charakteren, denen wir tagtäglich begegnen, umzugehen. Und wir fragen uns oft, müssen wir uns das bieten lassen, müssen wir so mit uns umgehen lassen? Nein müssen wir nicht. Das haben wir in den letzten Jahren gelernt. Und da kann es durchaus vorkommen, dass auch mal klare Worte fallen. Wir werden aufgesucht, angeschrieben, weil jemand unsere Hilfe braucht. Wir erklären immer ganz genau im Voraus den Ablauf und wie diese Hilfe aussieht.

 

Wie Anfangs erwähnt war es ein Jahr ohne grossen Dramen oder Aktionen. Darüber sind wir sehr froh. Denn das ist für uns ein Indiz, dass man uns nun etwas kennt und das sich die Menschen früh genug melden. So früh, bevor es den Pferden schlecht geht, weil alles andere schon kompensiert ist. Und das ist unser aller Ziel. Helfen können, mit genug Zeit und Ideen. So braucht es auch nicht immer direkt eine Vermittlung, manchmal hilft nur schon ein Stallwechsel oder eine andere Idee. Diese Lösungen und Ideen sind immer ganz individuell.

 

Die Arbeit geht weiter. Wir werden breit unterstützt und danken dafür bestens.

Januar 2020

Pferde in Not CH

 


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