Herzlich Willkommen


The horse knows. He knows if you know. He also knows if you don't know.

Ray Hunt


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Jahresrückblick 2018

 Das Highlight im 2018 war die Geburt des PiN-Fohlens Mr. Erwin im März. Er kam im Bauch seiner Mutter Mirina im November 17 zu uns, erblickte im März 18 das Licht der Welt, verzauberte uns alle mit seiner uneingeschränkten Neugierde und seinem Charme, und er wurde sooooo schnell gross. Der Kaltblüter lässt sich sehen, Mr. Erwin wird ein ganz Grosser… Leider hat er einen Gen-Defekt, PSSM, was zu Problemen mit den Muskeln führt. Seit wir das wissen, wird er sehr gezielt gefüttert, so dass der Zuckerstoffwechsel nicht zusätzlich belastet wird. Drücken wir alle die Daumen, dass Mr. Erwin symptomfrei und beschwerdefrei wird leben können.

 

Wir haben fast 60 Pferde und Ponys an neue Plätze vermittelt, wir haben an Flohmis teilgenommen und Sammeltage organisiert, wir haben stationäre Pferde aufgenommen und neue Paten/Patinnen gesucht für sie. Oftmals hat uns die Frage gezwickt, warum tun wir das? Und warum erwecken wir offenbar immer wieder den Eindruck, dass das was wir tun, oftmals als selbstverständlich hingenommen wird? Und Was ist ein Notfall? Wann helfen wir, wann können die BesitzerInnen für ihre Tiere selber eine Lösung suchen? Was sind die Erwartungen an einen Pflegeplatz? Was kann der Pflegeplatz von uns

erwarten? Mit wieder mehr stationären Pferden stellen sich solche Fragen zwangsläufig. Und auch die Frage, ob Pferde reitbar sein müssen, damit sie ein Recht auf Leben haben, hat uns oft beschäftigt in diesem Jahr, da wir einige „nicht Reitbare“ oder „vielleicht nicht mehr Reitbare“ oder „vielleicht nur noch eingeschränkt Reitbare“ in der Vermittlung hatten. Natürlich können sich nicht alle mehr als ein Pferd leisten, und wenn reiten DAS grosse Hobby ist, überlegt man es sich wohl mehr als einmal, ob man dieses Hobby opfern will, indem man einem Pferd ein zu Hause gib, das eben nicht reitbar ist. Aber es gibt sie, diese Leute, die das Reiten als Geschenk oder Bonus sehen, wenn es geht, und denen die Beziehung zum Pferd wichtiger ist. Dank diesen Leuten können wir immer wieder auch schwer vermittelbare Tiere an gute Plätze platzieren, und dafür sind wir dankbar. Wir haben gerade in der „Reitbar-Frage“ einige sehr einzigartige Geschichten erlebt, auf einige gehen wir in diesem Jahresbericht wieder näher ein.

 

Hispa kam aus dem Hefenhofen-Fall in der 2. Runde zu uns. Kaum halfterführig war sie, unsozial, wild, von Hufe geben nicht zu Träumen, da war die Frage, was aus diesem Pferd wird. So vermitteln? Nein – zu gefährlich. Und dann kam die Anfrage einer 16-jährigen Schülerin, die im Rahmen eines Schulprojektes ein Pferd suchte zum Ausbilden. Ein schwieriges Pferd, eines das nicht 08.15-ist, war die Frage. Zusammen mit dem Ausbildungsstall Luci hat dieses junge Mädchen diese Aufgabe angepackt und hat es in nur 3 Monaten geschafft, dass Hispa Vertrauen in den Menschen gefasst hat und begonnen hat, zu kooperieren. Ohne Gewalt, mit der nötigen Ruhe, Konsequenz und Verlässlichkeit wurde die Stute trainiert und so ans Reiten herangeführt. Hispa hat in besagtem Stall ihre neuen Besitzer gefunden, die Schülerin kann weiterhin mit ihr arbeiten. Win-Win für alle.

 

Alexsandria, die junge Vollblut-Stute, die nach einem Reitunfall einen gebrochenen Wirbel hatte, diesen Bruch ausgeheilt hatte aber keinen Sattel mehr auf ihrem Rücken duldet, brauchte ebenfalls einen neuen Platz. Aber wer will ein 6-jähriges Power-Pack, das nicht mehr reitbar ist. Die Diskussionen liefen emotional und es schien unmöglich, dass sich jemand auf die

schöne Stute einlässt. Unmöglich? Wir wussten, wenn sich niemand meldet, wird sie in den Himmel reisen, aber das

wollten wir nicht kommunizieren, denn ein Mitleid-Kauf dient ihr auch nicht. Und dann kam die erlösende Nachricht, dass sich jemand für sie interessiert, von der wir wussten, dass ihr Bodenarbeit Spass macht. Jemand, der auch noch ein anderes Pferd hat, der Alexsandria auch als Handpferd bewegen kann. Gross war die Freude, als sich nach Weihnachten zeigte, ja Alexsandria darf auf diesen Hof umziehen.

 

Yara kam im April zu Pferde in Not, als ihre Besitzerin nach vielen Versuchen am Ende ihres Lateins und ihrer Nerven angelangt war. Yara war beim Metzger angemeldet, weil sich als unvermittelbar schien, sich gegen alle und alles gewehrt hat, durch Zäune ging, und und und… . Da hat sich ein Stall aus der Region BL gemeldet, „ich könnt eventuell als Pflegestelle helfen“. Dieses Angebot haben wir angenommen, die Besitzerin hat uns Yara abgegeben, der Pflegeplatz hat übernommen. Und was dann passiert ist, hat unsere Träume, Wünsche, Vorstellungen übertroffen. Yara kam zur Ruhe. Sie wurde ostheopatisch behandelt, fasste Vertrauen in ihren Pfegeplatz, sie begann zu kooperieren. Sie ist heute in der Halle und im Gelände zuverlässig reitbar, und ihr Pflegeplatz wurde zum Pflegeplatzversager und hat Yara übernommen. Wir sind

mehr als dankbar.

 

Taynara wurde als übergewichtiges 4-jähriges Jungpferd mit Bockhuf gemeldet. Ein Pferd, das bisher auf der Weide gelebt hat und machen konnte, wie es wollte. Ein Pferd das den Menschen nicht wirklich braucht, das zwar kommt wenns Futter gibt aber sonst eigentlich keinen Bedarf hatte an menschlichem Kontakt. Lange hatte sich niemand gemeldet, die Leute fürchteten, dass der Bockhuf dazu führen wird, dass sie nicht eingeritten werden kann. Und dann kam eine junge Frau, die Taynara zu sich nehmen wollte. Aber dann erhielt Taynara die Diagnose, dass sie in ihren Hufen chronisch Hufreh habe, und wieder die Frage, geht das mit dieser Diagnose? Wird sie jemals reitbar? Wird das schlimmer, kann sie schmerzfrei leben? Und

die neue Besitzerin hat den Schritt gewagt und Taynara geht es heute gut. Die beiden sind auf dem Weg, machen Vor- und Rückschritte. Ob Taynara reitbar sein wird ist zweitrangig. Hauptsache die Beziehung stimmt und das Pferd hat keine

Schmerzen.

 

Nici ist eine schöne, grosse Knabstrupper-Stute kam aufgrund einer sehr tragischen Vorgeschichte zu uns in die Vermittlung. Es war klar, dass Nici kein Anfängerpferd ist und dass sie mit viel Zeit und Geduld vom Boden aus gearbeitet werden muss, bevor ans Reiten zu denken ist. Viele wollten Nici das Pippi-Langstrumpf-Pferd zu sich nehmen, wir hätten sie klonen können, aber die passende Bewerbung blieb aus. Dann aber kam der Gänsehautmoment, als sich jemand meldete, der genau den Anforderungen entsprach. Die Bewerberin ging Nici besuchen, mehrmals über Wochen, arbeitet mit ihr, lernte sie gut kennen, bevor der Stall und die Bewerberin entschieden haben, doch, diesen Weg gehen wir gemeinsam. Wir freuen uns!

 

Auf die GV im Frühling ist Yardena Malka aus dem Vorstand zurückgetreten. Wir konnten uns nicht wirklich vorstellen, wie PiN ohne die Lokomotive weiterläuft, aber wir haben entschieden, es zu probieren. Im Moment sind wir zu viert im Vorstand, Heidi als Präsidentin, mit unseren Volunteers in den Regionen Aargau, Zürich, Wallis und Bern. Irgendwann werden wir den 5. Sitz im Vorstand wieder besetzen, aber Yardena war nicht mir irgendwem zu ersetzen, zu gross war ihr Engagement über all die Jahre. Ein sofortiger „Ersatz“ hätte den Anforderungen nie genügt und diese Person hätte nur scheitern können. Wir sind

gespannt.

 

 

 

2018:

57 vermittelte Pferde, 2 Schafe, 2 Ziegen

zeitweise 7, im Moment wieder 6 stationäre PiN-Pferde

bereits wieder 3 – 4 Pferde in der Vermittlung·

Pferde in Not ohne Yardena

 

Die Arbeit geht weiter. Wir werden breit unterstützt und danken dafür bestens.

Januar 2019

Pferde in Not CH

 


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