Herzlich Willkommen


The horse knows. He knows if you know. He also knows if you don't know.

Ray Hunt


Jahresrückblick 2017

Beim Zusammentragen der im letzten Jahr vermittelten Pferde kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Was, das alles war allein im letzten Jahr? Wir haben sicher 45 Pferde und Ponys an neue Plätze vermittelt, da war DER Tierschutzfall in der Schweiz, der uns länger sehr beschäftigt hat, wir haben an Flohmis teilgenommen und Sammeltage organisiert, und da war immer wieder die Frage, WAS ist ein Notfall? Für welche Pferde, Besitzer, sind wir da?

Handelt es sich um einen Notfall, wenn Pferde halbverhungert aufgefunden werden? JA werden vermutlich alle sagen, dafür sind wir da. Handelt es sich auch um einen Notfall, wenn jemand mit seinem Pferd nicht zurecht kommt, die Chemie nicht stimmt, sich jemand beim vielleicht unüberlegten Kauf überschätzt hat? Selber Schuld, werden viele sagen. Wir jedoch finden, wenn durch unsere Unterstützung oder Weitervermittlung an einen passenden Platz ein Unfall vermieden werden kann, gehört das durchaus auch in unseren Auftrag. Was, wenn jemand ein Sportpferd hat, das plötzlich nicht mehr springen kann? Das nächste ist schon bestellt, dieses hier muss weg. Nun in der ersten Reaktion unterstützen wir diese Konsumhaltung nicht, und doch, auch dort – wenn wir einen guten Platz finden für das rekonvaleszente Pferd, warum nicht. Was machen wir mit den Fohlen? Unterstützen wir diese subventionierte Weiterzüchterei nicht zusätzlich, wenn wir kurz vor dem Schlchttermin die Fohlen freikaufen? Dort haben wir entschieden, dass wir das nicht mehr machen, da muss politisch eine Lösung her, Bestrebungen und Diskussionen auf anderer Ebene sind da lanciert. Wir haben, so Leid uns diese Fohlen tun, keines mehr freigekauft, wir haben lediglich noch geholfen, Plätze zu finden, wenn jemand anderes schon alles organisiert gehabt hat ausser die Unterbringung. Das ist unser Kompromis in dieser Frage für den Moment. Wir landen immer wieder in den Diskussionen, wo Besitzer selber schauen sollen, wo wir einsteigen. Wir sind der Meinung, dass ein Notfall nicht immer sichtbar sein muss. Er kann sich auch abzeichnen. Dadurch dass wir einsteigen, verhindern wir vielleicht, dass das Vetamt halbverhungerte Pferde beschlagnahmen muss. So haben wir im letzten Jahr die Kooperation mit diversen Vetämtern gesucht, die Amtstierärzte angeschrieben,  und promt fangen die Vetämter an, auf uns zuzukommen und uns anzufragen, bei der Vermittlung von beschlagnahmten Pferden zu helfen. So kamen die beiden Minishetty Bingo und Susi zu Pferde in Not und zuletzt vor Weihnachten auch Tenessee und Call.

 

Wir haben einige sehr einzigartige Geschichten erlebt, auf einige gehen wir in diesem Jahresbericht wieder näher ein.

Da war Snoopy, der den wohl einzigartigsten Umzug in der PiN-Geschichte geliefert hat. Er zog nach Gimmelwald – in der Gondelbahn. Alles war organisiert mit einem Tierarzt für eine Sedation, falls das nicht geklappt hätte, aber Snoopy blieb die ganze Reise über cool, ist unten rein- und oben wieder rausgestiegen, wie wenn er das täglich machen würde.

Da war Erginos, der alte Araber, der ein Leben lang bei seiner Besitzerin war und aufs Alter hin hätte er noch umziehen sollen, weil die finanzielle Situation es nicht mehr zugelassen hat, dass er zu Hause bleiben konnte. Es hat uns allen – und auch der ganzen Facebook-Gruppe – fast das Herz gebrochen und wir waren alle sehr erleichtert, als die Besitzerin im letzten Moment eine Lösung im  Freundeskreis organisieren konnte, so dass der rüstige Senior bei seiner Besitzerin bleiben konnte. Das gleiche gilt für Apollo, der mit seinen 27 Jahren nach viel Hin und Her im Stall bleiben kann.

 

Wir hatten die schöne Anglo-Araber-Stute Illaga, für die wir so viele Anfragen bekommen haben innert ein paar Stunden wie noch kaum für ein anderes Pferd. Sie ist nach Kerzers gezogen zu ihrer neuen Familie und alle sind happy.

 

Wir hatten den kleinen Dartmoor-Pony-Hengst Stone, der nach Veränderungen im Leben seiner Besitzerin einen neuen Platz brauchte. Einen Hengst zu vermitteln ist noch viel schwieriger, auch wenn er lieb, ruhig, überhaupt nicht hengstig, kinderfreundlich, intelligent, verspielt, vermust und überhaupt einfach toll ist. Zum Glück fand er im Wallis sein neues Paradies.

 

Von der gleichen Besitzerin konnte Shellin Dancer vermittelt werden, der grosse rote Ire. Er fand einen Platz in der Region, dass dass ihn seine Besitzerin besuchen kann.

Das gleiche gilt für Santana, 24-jähriges Warmblut. Auch sie fand einen Platz in der Region ihrer Besitzerin, so dass diese auch nach 18 Jahren, in denen sie dieses Pferd betreut hatte, den Kontakt halten kann.

 

 

Sugus, der kleine weisse Frechdachs, war eine Hingedüre-Vermittlung, die für alle eine Win-win-Situation gebracht hat. Er musste weg, er stand nämlich schon beim Schlachter, als ihn ein paar Frauen noch rauskaufen konnten, und in seinem neuen Stall war absehbar, dass bald eine Stute alleine stehen würde. Die neue Besitzerin macht Agility mit Hunden, warum nicht auch mit einem Pony, hat sie sich gedacht, denn 2 zum Reiten wollte sie nicht, aber Horse-Agility wird etwas ein für Sugus.

 

Wir hatten San Fernando, der an seinem alten Platz gefährlich war. Wir haben ihn ausgeschrieben, ohne zu wissen, was wir eigentlich suchen und wer zu diesem Pferd passen könnte. Er fand sein Paradies auf einer Alp, wo er nur noch darf und nichts mehr muss, es geht ihm prächtig und er ist ruhig und ausgeglichen geworden.

 

Und da war Oskar, ein Kalblut, das seiner Besitzerin graue Haare bereitete. Er war agressiv gegen Menschen und andere Pferde, hat den Stall zusammengebrettert und sich gegen alle und alles gewehrt, so dass ihn seine verzweifelte Besitzerin fast zum Metzger gebracht hätte. Er kam an seinen Pflegeplatz, und mit dem Anziehen des Halfters für den Transport hat sich Oskar entspannt und ist Valentina wie ein Lamm in den Hänger nachgetrottet. Kaum 2 Stunden am neuen Ort, war er in der Herde, er wird geritten von guten Reitern, von Anfängern, von Kindern, Oskar macht alles willig mit und ist ein anderes Pferd geworden. Was ihm am alten Platz gefehlt hat? Das wissen wir auch nicht.

Ähnlich war es bei Raudka, der Isi-Dame, die sich an ihrem ehemaligen Platz sehr agressiv gegen Mensch und Tier gezeigt hat. An ihrem neuen Platz sind diese Macken weg. Wir freuen uns sehr.

 

Nestonia kam zurück zu Pferde in Not, weil sie eine OP gebraucht hätte, ihr Gaumensegel hatte geflattert. Ihre Besitzerin konnte ihr das nicht bieten. Nach intensiven Abklärungen in der Klinik hat sich gezeigt, dass Nestonja im Moment jedenfalls konservativ behandelt werden kann und sie konnte die Klinik nach ca. einer Woche wieder verlassen. Nach 2 Wochen noch intensiver Pflege von Heidi und Jenny an einem PiN-Pflegeplatz durfte sie zu ihrem neuen Besitzer umziehen. Was wir gehört haben, geht es ihr sehr gut.

 

Ja und dann war da der Fall Hefenhofen, der die ganze Schweiz bewegt hat. Wir haben keine Pferde übernommen, da sie alle einen Platz bekommen hatten.  Eine Stute kam an einen PiN-Pflegeplatz.

 

Durch das Vorgehen des Vetamtes aber kam es, wie es zu erwarten war. Es haben sich schon bald überforderte Neubesitzer gemeldet, die ein Pferd gekauft aber nicht damit zurecht kamen. Wo wir konnten, haben wir geholfen.

Zudem hat uns ein Händler kontaktiert, weil er 3 Pferde aus der Auktion hatte, für die er gute Plätze gesucht hat. So kamen Mirina und ihr Fohlen Mystery und Hispa zu Pferde in Not. Mirina, bereits wieder tragend, kam an einen Pflegeplatz. Ihre Zähne sahen aus wie eine Halloween Maske und wir haben uns gewundert, wie sie damit überhaupt fressen konnte. Entsprechend dünn war sie. Mystery kam auf eine Fohlenweide und Hispa an einen Pflegeplatz, an dem sie an die Menschen gewöhnt wird, sie ist komplett verwildert.

 

Auch gehen lassen mussten wir in diesem Jahr. Im Juni ist Catani gestorben, Yardenas grosser Schimmel, den sie vor Jahren als Notfall übernommen hatte. Catani hat eine grosse Lücke hinterlassen. Er war eine Seele von einem Pferd.  

 

 

Und im November ist die schöne Denira an einer Kolik gestorben. Sie kam anfangs Jahr als Kolikpatientin zu Pferde in Not, sie hatte schon viele Koliken hinter sich, x Klinikaufenthalte, keiner wusste, was los war. Die Tierklinik Zürich hat schwere Magengeschwüre gefunden, die wir behandeln konnten. Denira hat sich erholt und kam dann an einen tollen Platz. Leider hat der koliklose Zustand nicht sehr lange gedauert, diesmal hatte sie Verstopfungskoliken. Wieder Spitalaufenthalt und danach zu Hause intensive Behandlung, aber immer wieder hat sich ihr Darm verstopft und kam nicht mehr richtig in Gang. Niemand konnte ihr mehr helfen, und so  haben die neuen Besitzer schweren Herzens entschieden, sie gehen zu lassen. Sie haben alles probiert, aber Denira war leider nicht mehr zu helfen.

 

45 vermittelte Pferde

1 grosser Tierschutzfall

im Moment 6 stationäre PiN-Pferde

bereits wieder 3 – 4 Pferde in der Vermittlung

Die Arbeit geht weiter. Wir werden breit unterstützt und danken dafür bestens.

Januar 2018

 

Pferde in Not CH


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